Wildschäden in Forstkulturen

Wald mit Altholzbestand und Fichtenjugend

Wildart:

Zeitpunkt:

Produktempfehlung Forstkulturen
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Wühlschäden:

Schäden durch Schwarzwild:

Der bewachsene Waldboden wird durch das Schwarzwild aufgebrochen. Dabei fressen sie Würmer, Larven, Maden und Mäuse. Sie schaffen dabei zwar ideale Vorraussetzungen für Waldsamen aller Art, jedoch nehmen sie dabei auch große Mengen an Bucheckern und Eicheln als Nahrung auf. Dies kann gerade in mastarmen Jahren dazu führen, dass die Samen für natürliche Ansamung einer neuen Waldgeneration nicht mehr ausreichend sind.

Verbissschäden:

Schäden durch Rehwild:

Die Verbissschäden, die durch Rehwild verursacht werden, sind am häufigsten. Rehe sind keine „Grasfresser“ sondern Selektierer mit einem kleinen Pansen. Daher müssen sie auch häufiger als vergleichbare Arten Nahrung zu sich nehmen. Im Gegensatz zu anderen Wiederkäuern bevorzugen Rehe, bei ihren täglich sechs bis zehn Äsungsperioden, ausschließlich leicht verdauliche Nahrung wie junge Triebe, Knospen, Blätter oder Blüten.

Verbissen wird besonders die Weißtanne sowie alle Laubholzarten. Am auffälligsten ist der Leit- und Seitentriebverbiss an Jungbäumen, wobei bis zu einem Alter von ein bis zwei Jahren fast ausschließlich der Leittrieb verbissen wird. Unbemerkt dagegen bleibt oftmals der Keimlingsverbiss. So ist es durchaus möglich, dass trotz hunderter Keimlinge, die im Frühjahr aufkommen, im Herbst nur noch wenige vorhanden sind.

Schäden durch Rot-, Dam- und Muffelwild:

An den Verbissschäden an jungen Waldbäumen sind Rot-, Dam- und Muffelwild ebenso beteiligt, jedoch kommt diesen Arten eine geringere Bedeutung zu.

Fegeschäden:

Den männlichen Tieren unserer Cerviden wächst, unter einer behaarten Nährhaut dem sog. Bast, jedes Jahr ein neues Geweih. Nach abtrocknen der Basthaut  am Ende der Geweihbildung wird diese an Ästen oder Sträuchern abgerieben (gefegt).  

Schäden durch Rehwild:

Im Frühjahr fegt der Rehbock an kleinen Bäumchen den Bast von seinem Gehörn. Sie bevorzugen dabei Weichhölzer, stark harzende Nadelhölzer und jene Arten, die in ihrem Lebensraum ein eher seltenes Vorkommen haben. Weiterhin markiert der Bock durch Verfegen sein Territorium, indem er das zwischen den Geweihstangen produzierte Sekret an Bäumen und auf Sträuchern verteilt. Je mehr Rehböcke in einem Gebiet leben, umso intensiver fegen sie, da sie in ihrem Revier immer wieder ihre Anwesenheit und Besitzansprüche geltend machen. 

Schäden durch Rot- und Damwild:

Rot- und Damhirsche fegen nur nach abgeschlossenem Geweihwachstum die eingetrocknete Basthaut von ihren Geweihstangen. Ein territoriales Fegeverhalten, wie beim Rehbock, haben diese Hirscharten nicht. Jedoch tritt an dieser Stelle ein Imponier- und Markierverhalten, dass sogenannte Schlagen auf. Dabei bearbeiten die Hirsche  mit verfegtem Geweih Gehölze, schlagen mit ihrem Geweih auf den Boden und stechen in die Grasnarbe. Dennoch sind die Schlagschäden der Hirsch geringer als die Fegeschäden der Rehböcke. 

Schälschäden:

Schäden durch Rotwild:

Schälschäden entstehen, wenn das Wild die Rinde junger Bäume frisst. Bei den Schälschäden wird zwischen Sommer- und Winterschäle unterschieden. Im Sommer wird die Rinde in langen Bahnen vom Stamm abgezogen, während sie im Winter eher abgenagt wird. Dies geschieht vor allem in den Rückzugsorten des Wildes. Vor allem das Rotwild gilt hierfür als Hauptverursacher. 

Eine überhöhte Wilddichte ist dabei die häufigste Ursache für Schälschäden. Aber auch die Störung des Biorhythmus, durch welchen die überproportionale Zunahme der Erholungssuchenden und Sporttreibenden in den Wäldern zustande kommt, sowie ein unzureichendes Nahrungsangebot spielen dabei eine große Rolle.

Schäden durch Dam- und Muffelwild:

Aber auch durch Dam- und Muffelwild können erhebliche Schäden entstehen. Dafür gelten ebenfalls die gleichen Ursachen wie beim Rotwild,  jedoch kommt beim Ausmaß der Schäden diesen Wildarten eine geringere Bedeutung zu.

Nageschäden:

Schäden durch Biber:

Biber verursachen Nageschäden überwiegend in unmittelbarer Gewässernähe. Hierbei werden ganze Bäume gefällt und anschließend die Zweige und dünne Äste zum Damm- oder Wohnburgenbau sowie als Nahrungsvorrat ins Wasser gezogen. Gefällt werden bevorzugt weiche Holzarten wie Pappel oder Weide, aber auch Harthölzer werden dabei nicht verschmäht.

Schutzmaßnahmen in Forstkulturen:

Zäune:

Den besten Schutz bietet eine dauerhafte Einfriedung der Anflugsfläche oder Aufforstung  mit einem Wildzaun. Dabei sollten Tore und Auslässe vorgesehen werden, die es eingeschlossenem Wild ermöglichen, die Einzäunung zu verlassen. 

Einzelschutz:

Zum Verbissschutz können Drahthosen, Kunststoffklammern, Schafwolle aber auch chemische Mittel eingesetzt werden, wobei eine Drahthose die gesamte Pflanze, die anderen Maßnahmen lediglich den Leittrieb schützen. Als Fegeschutz eignen sich Drahthosen, Wuchshüllen, Kunststoffspiralen, Stachelschützer und Klemmen. 

Wildvergrämer:

Wildvergrämer können durchaus als Sofortmaßnahme in Anflugs- oder Aufforstungsflächen dienen und über mehrere Wochen problemlos eingesetzt werden, jedoch können sie einen Wildschutzzaun nicht ersetzen.

Produktempfehlung Forstkulturen
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Aufstellempfehlung (Richtwert):

Die beste Wirkung* bei der Wildvergrämung in Forstkulturen erzielen Sie bei einer Aufstellung von einem Wildvergrämer pro 3 ha, dies entspricht einem Umkreis von ca. 100 Meter. Benötigt man mehrere Geräte für eine Fläche, so sollte der Abstand zwischen diesen ca. 150-200 Meter betragen. Für eine höhere Effizienz, bzw. bei dichtem Blattwerk, sollte der Geräteabstand auf ca. 80-150 Meter reduziert werden.

Der Einsatz der Wildvergrämer ist über mehrere Wochen problemlos möglich. Bei einem langfristigen Einsatz empfehlen wir, die Position der Geräte immer wieder zu verändern. Dadurch kann einem möglichen Gewöhnungseffekt beim Wild entgegengewirkt werden.

*) Die Wirksamkeit der Geräte ist primär von der Reizschwelle des Wildes, aber auch vom Gelände und dessen Bewuchs abhängig. Die Reizschwelle ergibt sich überwiegend aus der „gewöhnlichen“ Beunruhigung des Wildes. So reagiert das Wild in weit abgelegenen Bereichen deutlich „empfindlicher“ als in zivilisationsnahen Gebieten. Daher können die benötigten Abstände zwischen den Geräten bei der Vergrämung stark variieren. Generell kann man davon ausgehen, dass eine höhere Lautstärke (geringerer Abstand / Umkreis) eine höhere Wirkung erzielt. 

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